Die Unparteilichkeit des Notars

Der Notar darf kraft Gesetzes auf keinen Fall im Interesse einer Partei zum Schaden der anderen Partei handeln: er darf folglich keine Klausel in einen Vertrag einsetzen, die für die eine Partei von Vorteil, für die andere Partei von Nachteil ist (z.B. gesetzlich vorgesehene Garantieausschlussklausel des Verkäufers), ohne den Parteien den Inhalt und die juristischen Folgen klar und vollständig zu erklären. Der Notar sollte mit besonderer Sorgfalt sicherstellen,

dass Bedeutung und Folgen dieser Klauseln von den Parteien verstanden und bewilligt werden, wenn es sich um Darlehen oder andere Bankverträge und allgemein um standardisierte (auf der Grundlage von vorgegebenen Modellen oder Formularen für unzählige Urkunden ausgestellte) oder um von Verbrauchern (d.h. von Personen, die den Vertrag nicht in Ausübung einer Firmentätigkeit oder eines Berufes, folglich routinemäßig, abschließen) abgeschlossene Verträge handelt. Der Notar muss von der Ausübung seiner Funktionen absehen, wenn er mittelbar oder unmittelbar in Interessenskonflikt mit den Parteien oder einer der Parteien gerät oder geraten kann.