Abschluss und Nachfolgende Erfüllungen

Wenn es sich um eine öffentliche Urkunde handelt, ist der Notar verpflichtet, diese vollständig in allen ihren Teilen vorzulesen (vor Zeugen, wenn die Urkunde unter Anwesenheit von Zeugen abgeschlossen wird). Das Vorlesen der Urkunde darf weder hastig noch unvollständig erfolgen; und die Vorlesepflicht wurde nicht vollständig erfüllt, wenn die Parteien sich in einem Abstand vom Notar befinden, der ein klares Mithören der Lesung unmöglich macht. Die Parteien können eine Fotokopie der Urkunde verlangen, um der Lesung besser folgen zu können. Für Privaturkunden sieht das Gesetz keine Vorlesepflicht vor; der Pflichtenkodex des Notars sieht allerdings vor, dass die Privaturkunde vor ihrer Unterzeichnung vorgelesen wird, damit der Notar sicherzustellen kann, dass die Urkunde dem Willen der Parteien entspricht. Die Aufgaben des Notars enden nicht mit Unterzeichnung der Urkunde; er muss die gesetzlich vorgeschriebenen oder die ihm von den Parteien aufgetragenen Pflichten erfüllen. Einigen Erfüllungen (z.B.: Übertragungen in die Liegenschaftsregister, Grundbucheintragungen, Erbregistereintragungen) muss der Notar unverzüglich oder innerhalb kurzer Zeit nachkommen; anderen (z.B. Hypothekeneintragungen) sollte der Notar so bald wie möglich nachkommen, um Nachteile für die Parteien zu vermeiden.

entnommen aus www.notariato.it